Pädagogik
04,08,21

Babyerziehung im ersten Jahr, wie genau geht das?

Im ersten Lebensjahr ist es besonders wichtig, dass man dem Baby einen sehr guten Start in sein (hoffentlich) sehr langes Leben ermöglicht. Das heißt das gegenseitige Kennenlernen zwischen dir und deinem Baby ist im ersten Lebensjahr ganz arg wichtig. Gib deinem Baby durch Liebe und Wärme immer das Gefühl von “Du bist ok”, “Deine Gefühle sind richtig”, “Ich kümmere mich um dich”, “Ich helfe dir, dass es dir gut geht”.

Du unterstützt dein Neugeborenes dadurch ein sogenanntes Urvertrauen, aber auch Bindungsvertrauen, zu dir und den engsten Menschen im Umfeld deines Babys aufzubauen und hilfst deinem Kind dabei mit einem guten Selbstwertgefühl in die Welt zu starten. “Ich bin richtig”, “Ich kann mich anvertrauen”, “Ich werde ernstgenommen, geliebt und beschützt”, “Auch wenn es mir nicht gut geht kommt immer Hilfe” und “Ich darf! Ich darf mich weiterentwickeln. Ich darf mich auf meinen Lebensweg freuen”, “Ich habe ein Recht darauf, dass es mir gut geht und ich darf vor allen Dingen vieles Neues ausprobieren und bin dabei immer von guten Menschen begleitet”. Dieses Gefühl müssen Eltern dem Kind von Anfang an vermitteln und es ist die wichtigste Voraussetzung für einen guten Start in das Leben. Pädagogen nennen dieses Gefühl fachlich “Resilienz”.

 

Tipp
Fachbegriff: Urvertrauen
"Im ersten Lebensjahr erwirbt ein Baby das Grundgefühl für sein weiteres Leben, welchen Situationen und Menschen es vertrauen kann und welchen nicht."

 

Was bedeutet Resilienz genau?

Resilienz ist also das Gefühl und die Stärke es mit dem Leben aufzunehmen, zu lernen mit Höhen und Tiefen sowie Frust, Rückschlägen und Schwierigkeiten umzugehen und dabei liebevoll und positiv zu bleiben. Wissenschaftler (Fachliteratur siehe unten) haben erforscht, dass eine hohe Resilienz dabei hilft, Dramas und Schwierigkeiten im Leben besser zu verarbeiten und der wichtigste Grundstein dafür wird bereits mit der ersten Beziehung zu den Eltern gelegt.

 

Tipp
Die 7 Säulen der Resilienz
"Selbstbewusstsein, Kontaktfreude, Gefühlsstabilität, Optimismus, Handlungskontrolle, Realismus, Analysestärke."

 

Ab wann können Eltern mit der Erziehung bei Babys beginnen?

Erziehung kann nur auf eine gute Beziehung, Bindung und Selbstwertgefühl des Babys aufbauen. Die Erziehung wird dadurch erst mit zunehmendem Alter zur Herausforderung, spielt jedoch im ersten Lebensjahr noch keine Rolle. Im ersten Lebensjahr steht die Beziehung zwischen Baby und Eltern an allererster Stelle, nicht die Erziehung.

 

Baby Erziehung: Wie setze ich Grenzen?

Das erste “Nein” sollten Eltern frühestens erst in dem Moment verwenden, wenn das Baby anfängt zu krabbeln, sich hochzuziehen oder zu laufen. Jedoch ist auch dann das Allerwichtigste als Eltern dafür zu sorgen, dass man eine gefahrlose Umgebung schafft, das Kind immer im Auge hat und lernt “Was und wo ist überhaupt Gefahr?”, um diese Gefahr dann zu beseitigen. Diesen Schritt muss die Mutter mit ihrem Kind zusammen lernen. Das Kind zeigt was es gerade lernt, übt und in welchem Entwicklungsschritt es sich gerade befindet und die Mutter muss lernen diesen Entwicklungsschritt wahrzunehmen und zu respektieren. Im ersten Lebensjahr sollten die Eltern dafür sorgen, dass sich das Umfeld, die Umgebung und die Lern- / Erfahrungsmöglichkeit nach dem Baby richtet und nicht andersrum. 

Beispiel:

Dein Baby krabbelt immer zu einem bestimmten Blumentopf, holt die Blumenerde aus dem Topf und verteilt sie direkt auf deinem neuen Wohnzimmerteppich. Sage deinem Schatz einmal “nein” und schüttle dabei mit dem Kopf und Finger, um herauszufinden ob dein Baby schon beginnt dieses “nein” zu verstehen. Wenn es nicht klappt und dein Baby weiterhin versucht die Blumenerde vom Blumentopf auf dein Wohnzimmerboden umzugraben, dann stelle lieber etwas davor, damit dein Baby den Blumentopf nicht mehr erreichen kann.

 

Babyerziehung: Was müssen Eltern im ersten Lebensjahr beachten?

Wenn dein Baby weint und schreit, dann hat es immer einen Grund. Wenn man diesen selbst nicht herausfinden kann, dann lohnt sich bestimmt auch der Weg zum Kinderarzt. Eventuell ist das Baby übermüdet, im Moment überfordert, hat Blähungen oder irgendwelche anderen Probleme. Meine Aufgabe als Elternteil ist es dafür zu sorgen, dass es dem Baby gut geht und herauszufinden warum das Baby weint oder schreit. Neben dem Kinderarzt gibt es dafür auch noch viele weitere Unterstützungsmaßnahmen.

Dazu musst du wissen, dass ungefähr um den 7. Lebensmonat die Fremdel-Phase beginnt, wodurch dein Baby ebenfalls beginnen könnte öfters zu weinen. Vor dieser Zeit ist es deinem Baby wahrscheinlich nicht so wichtig wer es auf den Arm nimmt, sondern eher ob es angenehm gehalten wird und wie der Klang der Stimme und Mimik der Person sind. Mit dem Fremdeln wird jedoch auch immer wichtiger welche Person Kontakt aufnimmt und wo sich die vertrauten Eltern befinden. Neue Personen könnten in dieser Zeit bei deinem Baby ein Weinen, sich wehren oder schreien auslösen. Auch dieser Entwicklungsschritt des Fremdelns sollte von den Eltern respektiert werden und ist auch vollkommen normal und richtig. Er zeigt den Eltern sogar, dass das Baby es geschafft hat eine besondere Beziehung zu ihnen und den allerwichtigsten Menschen aufzubauen. Auch beim ersten Zahnen schreien Babys oft, schon bevor man den ersten Zahn genau sehen kann.

Pädagogen sagen zusammenfassend: Kommen Eltern mit einem Baby an Ihre Grenzen, dann sind das die Grenzen der Eltern und es liegt nicht an dem Baby. Eltern müssen in diesem Fall für sich eine Veränderung suchen und einleiten. Das Baby macht nichts mit Absicht, provoziert nicht und hat immer ein Bedürfnis - entweder etwas zu lernen (Exploration), körperliche Probleme oder braucht Hilfe. Exploration ist dabei eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für die körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklungsschritte.
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Tipp
Fachbegriff: Exploration
"Die Bereitschaft die Welt zu erkunden und neue Dinge zu lernen."

 

Ich brauche Hilfe! Wo bekomme ich Unterstützung, wenn ich mit meinem Baby Hilfe brauche?

Wenn ein Baby viel weint und schreit kommen Eltern manchmal an ihre Grenzen. Das Problem dabei ist, dass sich die eigene Aufregung auf das Verhalten des Babys übertragen kann. Wenn du selbst das Gefühl haben solltest an deine Grenzen zu kommen versuche dir Hilfe zu holen und die Ruhe zu bewahren. Neben den Freunden und der Familie helfen Spielkreise Babys dabei früh mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen und gleichzeitig den Eltern dabei voneinander Tipps, Ratschläge und sonstige Hilfe zu bekommen. Es gibt Erziehungsberatungsstellen, zum Beispiel vom Gesundheitsamt, die sich Zeit für dich und dein Baby nehmen, wenn der Kinderarzt keine Zeit hat (früher war das die sogenannte Mütterschule). In Kindergruppen, dem Haus der Familie oder auch bei Kursen zum Babyschwimmen findest du Ablenkung und Babyprofis, die dir gerne bei allen deinen Fragen ganz in Ruhe weiterhelfen. Kurse zum Babyschwimmen findest du überall in Deutschland und mit Sicherheit auch in deiner Stadt. Dazu gibt es PREKip Angebote bei Kind- und Familienzentren. In privaten Gruppen lernst du mehr über Themen wie Babymassage, Kreisspielchen und vieles mehr. Mit solchen tollen Angeboten lernen Babys, dass es etwas Tolles ist in der Gruppe mit anderen zu sein und Eltern lernen vielleicht sogar den perfekten Babysitter für die Zukunft kennen.

Literatur:
  • N. Haan: Coping and defending: Processes of self-environement organization. Academic Press, New York 1977
  • S. Goldberg: Social competence in infancy: a model of parent-infant interaction. In: Merril-Palmer Quarterly. 23, 1977, S. 163–177.
  • A. Moriarty, P. Toussieng: Adolescent Coping. Grune und Stratton, New York 1976.
  • L. Murphy, A. Moriarty: Vulnerability, coping and growth from infancy to to adolescence. Yale University Press, New Haven, Conn. 1976.
  • K. H. Nuechterlein: Competent disadvantaged children: A review of research. Doktorarbeit. University of Minnesota, 1970.
  • N. Garmezy: The study of competence in children at risk for severe psychopathology. In: E. J. Anthony, C. Koupernik (Hrsg.): The child in his family: Children at psychiatric risk. Band 3. Wiley, New York 1974.
  • N. Garmezy, K. H. Nuechterlein: Invulnerable children: The fact and fiction of competence and disadvantage. 1972.

 

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